Welche Krankheit auch der Betroffene hat, es verändert nicht nur den Betroffenen, sondern auch die betroffenen Angehörigen

Es bleibt nichts mehr wie es einmal war. 23-47% der Angehörigen leiden unter Depressionen, 32-43% unter Ängsten, und 20-60% gaben emotionale Belastungen an. 

Sowohl Katastrophendenken auf der einen Seite, sowie die Verdrängung des Geschehenen auf der anderen Seite, beeinflussen den Behandlungserfolg ungünstig. Angehörige können aber wichtige Informationen liefern, und auch dem Behandlungsteam erfolgreich zur Seite stehen. 


Nach Lezak 1986 stellt sich das Erleben von Angehörigen folgend dar: 

  • unterstützendes Verhalten, große Sorge, Bemühungen dem Erkrankten zu helfen 
  • Nachlassende Kräfte, schwindender Optimismus, Befremdung, Angst 
  • Konflikte, weil der Patient frühere Aktivitäten wieder aufnehmen will, obwohl er nicht dazu in der Lage ist. 
  • Einsicht, dass sich Persönlichkeitsveränderungen und Defizite nicht im erwünschten zeitlichen Rahmen, nicht im erwartenden körperlichen, emotionalen und geistigen Ausmaß, oder generell nicht verbessern. 
  • Aktives Trauern um eine noch lebende, äußerlich unveränderte Person, die aber durch Krankheit in der Persönlichkeit verändert ist (vorwiegend durch frontale Hirnschädigungen). 
  • Angemessene emotionale Distanz vom Mitleid, Rückkehr zu einem normalen Leben, wenn auch langwierig und erschwert.


Aus psychologischer Sicht hilft Angehörigenunterstützung:

  • bei der Bewältigung der Diagnose des Angehörigen
  • bei der emotionalen Verarbeitung der Krankheit des Angehörigen
  • in der Erarbeitung von individuellen Bewältigungsstrategien
  • die Geduld für den langen Rehabilitationsprozess des Angehörigen
  • in der Suche nach vorhandenen Ressourcen (z.B.: Vertrauen in die medizinische Vorsorgung ihres Angehörigen).
  • in der Wiederherstellung einer angemessenen Lebensqualität